Das Wichtigste auf einen Blick
„Ich bin noch ganz am Anfang meiner Schwangerschaft. Ab wann kann ich denn ins Schwangerschaftsyoga kommen?“
Diese Frage bekomme ich in meinen Yogakursen tatsächlich ganz oft gestellt. Und meine Antwort darauf ist ziemlich einfach: Sobald du einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand hältst, bist du bei mir herzlich willkommen. Denn für mich beginnt Schwangerschaftsyoga nicht erst dann, wenn man deinen Bauch sehen kann.
Warum ich einen frühen Start ins Schwangerschaftsyoga so wertvoll finde
Für mich ist Schwangerschaftsyoga ein wichtiges Puzzleteil der Vorbereitung auf die Geburt und das Mutterwerden. Nicht etwas, das man kurz vor der Geburt noch schnell „abhaken“ sollte, sondern etwas, das dich durch deine gesamte Schwangerschaft begleiten darf, vom ersten Trimester bis zu dem Tag, an dem du dein Baby in den Armen hältst.
Ein Ort zum Ankommen – in Maur und Zürich
Gerade die ersten Wochen einer Schwangerschaft können emotional ganz schön voll sein. Da ist vielleicht riesige Freude. Gleichzeitig können Fragen, Unsicherheiten und Ängste auftauchen. Von aussen sieht noch niemand etwas. Du kannst dein Baby noch nicht spüren. Vielleicht wissen erst ganz wenige Menschen überhaupt, dass du schwanger bist.
Je früher du mit Schwangerschaftsyoga beginnst, desto mehr Zeit hast du, dich mit deinem Körper und den vielen Veränderungen in deiner Schwangerschaft vertraut zu machen.
Wir arbeiten immer mit der Atmung und verbinden sie mit sanfter Bewegung, eine Kombination, die dich auch wunderbar auf die Geburt vorbereitet. Du spürst, welche Bewegungen dir guttun und wie dein Körper darauf reagiert. Du lernst Möglichkeiten kennen, dich zu entspannen und zur Ruhe zu kommen. Denn etwas drei- oder viermal gemacht zu haben, ist etwas anderes, als über viele Wochen immer wieder damit in Kontakt zu sein.
Und genau hier kommt für mich noch etwas dazu:
Ich bin nicht nur deine Yogalehrerin. Ich begleite Frauen ganzheitlich als Doula durch Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett.
Deshalb darf in meinen Stunden auch Platz für das sein, was dich gerade beschäftigt. Für Fragen. Für Unsicherheiten. Für Austausch. Für Tränen. Und ich erlebe immer wieder, wie wertvoll gerade auch die Verbindung unter den Frauen ist. Zu merken: Ah, die andere kennt diese Müdigkeit auch. Sie macht sich ähnliche Gedanken. Ich bin damit gar nicht allein. Manchmal tut es einfach gut, einen Raum zu haben, in dem deine Schwangerschaft schon da sein darf – auch wenn man sie von aussen vielleicht noch gar nicht sieht.
Auch das ist für mich Schwangerschaftsyoga. Und ich schaffe für Schwangere einen absoluten Safe Space!
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Auch das erste Trimester ist Schwangerschaft
Vielleicht bist du plötzlich bleiern müde. Vielleicht ist dir übel, dein Kreislauf macht nicht ganz das, was du gerne hättest, oder du merkst einfach: Mein Körper braucht gerade ein anderes Tempo. Kein Wunder, denn das erste Trimester ist eine sensible Zeit, in der sich dein Körper ganz neu einstellt. Müdigkeit und Übelkeit gehören zu den häufigsten Schwangerschaftsbeschwerden in dieser frühen Phase.
Später sorgt vielleicht dein wachsender Bauch ganz automatisch dafür, dass du dich langsamer und bewusster bewegst. Am Anfang sind es manchmal Müdigkeit, Übelkeit oder der Kreislauf, die dir ziemlich deutlich sagen: Heute bitte nicht im Turbogang.
Und genau deshalb passt Schwangerschaftsyoga für mich wunderbar auch in diese frühe Zeit: Du bewegst dich so, wie es deinen Bedürfnissen an diesem Tag entspricht.
Schwangerschaftsyoga bedeutet bei mir nicht: schneller, höher, weiter
In meinen Stunden geht es nicht um schnelle Flows oder darum, möglichst sportlich durch einen Sonnengruss zu kommen. Wir bewegen uns mit sanften Yogaübungen sehr langsam und bewusst. Wir gehen mit der Atmung. Wir nehmen Becken, Beckenboden und Hüften wahr und spüren immer wieder hin: Wie fühlt sich diese Bewegung heute für mich an? Was tut mir gut? Was brauche ich gerade? Und plötzlich spürst du in der Langsamkeit, ah, mein Kiefer ist ja noch total angespannt. Und genau solche Verspannungen darfst du dann ganz bewusst loslassen.
Was sagt die Wissenschaft zu Bewegung in der Schwangerschaft?
Grundsätzlich wird körperliche Aktivität bei einer unkomplizierten Schwangerschaft nicht erst ab einer bestimmten Schwangerschaftswoche empfohlen. Die WHO empfiehlt Schwangeren ohne medizinische Gegenanzeigen regelmässige körperliche Aktivität während der gesamten Schwangerschaft¹. Natürlich ist jede Schwangerschaft anders. Wenn es medizinische Besonderheiten, Beschwerden oder Unsicherheiten gibt, besprich bitte mit deiner Hebamme, Ärztin oder deinem Arzt, welche Bewegung für dich aktuell geeignet ist.
Auch wissenschaftlich werden Schwangerschaftsyoga und seine möglichen Vorteile zunehmend untersucht. Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse zeigt zum Beispiel positive Effekte unter anderem auf wahrgenommenen Stress und Ängste². Es geht darum, dich in deiner Schwangerschaft gut zu begleiten, mit allem, was dein Körper und dein Kopf gerade brauchen.
Bin ich zu früh fürs Schwangerschaftsyoga?
Und wenn du gerade erst deinen positiven Schwangerschaftstest in der Hand hältst und dich fragst: „Bin ich nicht noch viel zu früh fürs Schwangerschaftsyoga?“
Dann lautet meine Antwort:
Nein. Du darfst kommen.
Häufige Fragen zum Start ins Schwangerschaftsyoga
Kann ich schon im ersten Trimester mit Schwangerschaftsyoga beginnen?
Muss ich warten, bis man meinen Bauch sieht?
Ist Yoga sinnvoll, wenn ich müde bin oder mir übel ist?
Was bringt mir ein früher Start ins Schwangerschaftsyoga?
Wie unterscheidet sich Schwangerschaftsyoga von einem normalen Yogakurs?
Quellen:
1 World Health Organization (WHO): WHO Guidelines on Physical Activity and Sedentary Behaviour – Empfehlungen zu körperlicher Aktivität während der Schwangerschaft.
2 Corrigan L. et al. (2022): The characteristics and effectiveness of pregnancy yoga interventions: a systematic review and meta-analysis. BMC Pregnancy and Childbirth.








